Entwicklungszusammenarbeit - gemeinsam gegen Armut und Not

Bundesminister Niebel und Prälat Jüsten in Kenia

Zwischen der Bundesregierung und den großen christlichen Kirchen besteht eine enge entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Ihr Grundgedanke: Armutsbekämpfung und Entwicklungspolitik sind  gemeinsame Aufgaben, die der Mitwirkung aller gesellschaftlichen Kräfte bedürfen.

Deshalb fördert die Bundesregierung die Entwicklungsarbeit der Kirchen dauerhaft – mit über sechs Milliarden Euro seit 1962. Allein für das Jahr 2012 sind dafür 216 Millionen Euro im Bundeshaushalt eingestellt. Die Regierung hat den Kirchen dabei ein einzigartiges Maß an Unabhängigkeit zuerkannt: Die kirchlichen Zentralstellen können die ihnen anvertrauten Staatsgelder eigenverantwortlich für Entwicklungsarbeit einsetzen (Globalbudget).

Großes Vertrauen und klare Kriterien

  • Für die kirchliche Entwicklungszusammenarbeit wird eigens ein gesonderter Titel im Bundeshaushalt bereitgestellt.
  • Die beiden christlichen Kirchen richten je eine Zentralstelle ein, die geeignete Vorhaben prüft, auswählt und zur Förderung beantragt.
  • Kirchliche und staatliche Mittel ergänzen sich; die Kirchen stellen zu den Projekten mindestens 25 % Eigenmittel bereit.
  • Mit der Mittelvergabe sind keine politischen Auflagen verbunden.
  • Die Durchführung des Programms erfolgt in weitgehender Eigenverantwortung der Kirchen.
  • Die Hilfe wird vorrangig für Maßnahmen der Bildung, der Gesundheit und andere soziale Zwecke bereitgestellt. Seelsorgerische Maßnahmen, insbesondere der Verkündigung, sind von der öffentlichen Hilfe ausgenommen; hierfür werden ausschließlich kirchliche Mittel verwendet.
  • Die beiden christlichen Kirchen werden ihrem Wunsch entsprechend grundsätzlich in gleicher Höhe gefördert.

Kern der Vereinbarung: Keine politischen Auflagen. Keine Seelsorge.

Die Einrichtung dieser Zentralstellen (KZE und EZE) erfolgte 1962. Sie sind an die Hilfswerke MISEROR bzw. Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung angegliedert. Die Zentralstellen entscheiden, welche der Projekt gefördert werden.
Die Art und Weise, wie die Kirchen die Arbeit des BMZ kritisch, jedoch immer fair und konstruktiv begleitet haben, wurde und wird von allen Ministerinnen und Ministern geschätzt. Die Impulse der Kirchen haben die Entwicklungspolitik konzeptionell vorangebracht. Denn nicht nur in Krisenländern und Diktaturen haben die Kirchen oft mehr als staatliche Organisationen die Möglichkeit, gestützt auf das weltumspannende Netz kirchlicher und zivilgesellschaftlicher Partner, Menschen in existenzieller Not zu begleiten und nachhaltige Hilfe zu leisten.
50 Jahre Kooperation in der Entwicklungszusammenarbeit von Staat und Kirche – man kann mit Fug und Recht von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Diese soll, darin sind sich alle Beteiligten einig, auch zukünftig mit voller Kraft weitergeschrieben werden.

„Ringen um den richtigen Weg“

Ein Gespräch über Förderpolitik und Freiheit in der Zusammenarbeit

  • Prälat Bernhard Felmberg, Bevollmächtigter der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär im BMZ
  • Prälat Karl Jüsten, Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe – Katholisches Büro in Berlin

Das Gespräch finden Sie hier.

Interview mit Dr. Klaus Poser

Dr. Klaus Poser spannt einen Bogen über 50 Jahre kirchlicher Entwicklungs- zusammenarbeit. Er war von 1970 bis 1986 Geschäftsführer der Evangelischen Zentralstelle für Entwicklung (EZE).

zum Interview

Die Kraft der Armen

Entwicklungsminister Niebel besucht Projekte der KZE und der EZE in Kenia. Eine Reportage von Ralph Allgaier.

zur Reportage

Downloads

Weltsichten-Dossier „Vertrauen auf die Kraft der Armen“
50 Jahre Kooperation von Staat und Kirche in der Entwicklungszusammenarbeit
Download des Dossiers (pdf, 3,2 MB)

„Gemeinsam für Gerechtigkeit und Frieden“
Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung und den  Kirchen
Download des Berichtes aus dem Jahr 2002 (pdf, 2,3 MB)